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Maskentraum

  • Autorenbild: Walter B.
    Walter B.
  • 28. Apr. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Es mangelt an Menschen. Man findet sie nicht mehr in den Parks oder in den Restaurants, sie meiden die Theater und Schauspielhäuser, ganze Kinosäle fühlen sich allein gelassen. Sportevents sollen vor Pappfiguren abgehalten werden. Um den Flair zu wahren, so sagen es die Verantwortlichen. Ja, selbst den Fiakern in Wien gehen die Menschen aus. Der Würstelstandbetreiber in Favoriten beglückt uns nicht mehr mit einem 16er Blech und einer Eitrigen. Masken maskieren unseren Alltag und bestimmen unser Handeln. "Die Maske trägt Mensch und nicht umgekehrt" Die Mundmaske wird wohl oder übel das Modeasseccoire 2020. Nichts aber auch gar nichts kann sie vom Thron schubsen. Denn ganz egal wo ich hinsehe, überall sehe ich Menschen, die von den Masken benutzt werden. Beim Einkaufen im Supermarkt benutzen Masken die Menschen um nicht aufzufallen, am Gehweg werden Menschen von ihnen benutzt um ja nicht in lange, unnötige Gespräche verwickelt zu werden und selbst in der Bank zählt das Modeasseccoire 2020 als unabdingbares Element um während eines Überfalls nicht mehr sonderlich aufzufallen, denn mittlerweile trägt jeder Maske mit Stil, nicht nur der Bankräuber von gestern. Die Maske hat die Menschheit in der Hand und nicht die Menschheit die Maske am Mund. Wenn ich nun in ein Geschäft gehe, werde ich nicht hineingelassen, ohne dass mich meine Maske maskiert. Denn es gilt die Regel: Ohne Maskerade ist es mir nicht gestattet das Geschäft zu betreten. Maskenmenschen sind also hoch im Kurs. Menschen ohne Masken sind dagegen Mangelware. An Masken mangelt es gerade nicht, zumindest nicht in der breiten Bevölkerungsschicht. Mittlerweile gibt es so viele Masken, dass Menschen sie sogar mal wieder sorglos, einfach am Gehweg entsorgen können, oder auf Grünflächen fallen lassen. Überall finde ich sie, dieses miese Maskenpack. Je eher wir Menschen unser Leben zurückbekommen, desto schneller wird dieser obskure, gesellschaftliche Maskenball ein Ende finden. Oder finden wir im Ende den Anfang und das Tragen der Maske wird zu unserem routinemäßigen Alltag? Und was kommt dann? Tage, nein Wochen darf dann meine Maske mit mir verbringen, abhängen oder an mir rumhängen, vielleicht sogar Monate oder Jahre? Während wir Menschen abhängig sind von dem hochgepriesenen Impfstoff, übernehmen die Masken unsere gesamte Gesellschaftsstruktur. Von den Politikern abwärts bis zum Hilfsarbeiter läuft mittlerweile ohne Maske nichts mehr. Während früher Taschen als Hingucker galten sind es jetzt die Masken, nicht mehr ganz so wichtig ist der Mensch dahinter, oder doch? Dann rüttelt es an meiner Hand. „Papa, aufwachen, Milch mit Pops, Milch mit Pops“, höre ich die Stimme meines Kleinen und blicke in die strahlenden Augen der Zukunft.

© WalterB


 
 
 

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