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Schwedisch Pinkeln

  • Autorenbild: Walter B.
    Walter B.
  • 28. Apr. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Der Schulschluss stand vor der Türe. Meine Noten waren gut, sogar, sehr, sehr gut. Meine Eltern setzten mich am Freitag nach der Zeugnisvergabe in einen Bus mit knapp 100 Jugendlichen und einer Handvoll Trainern. Es war mein zweites Jahr als Handballer und ich durfte mit zum größten Highlight, welches es als junger Handballer zu sehen gab. Ab nach Partille, ab nach Schweden zum größten Jugendhandballturnier der Welt. Eine Woche ohne Eltern, ohne Schule und ohne meinen Schwestern. Dafür waren all meine Handballerspezies mit an Board. Gemeinsam fuhren wir los um fernab von zuhause für Ruhm und Ehre zu kämpfen und zu spielen. Unsere Lieblingsbeschäftigungen beim Busfahren waren ganz einfache Dinge. Erstens: Den Trainer zu fragen, wann wir endlich da wären. Gefühlte 100 mal fragten wir unseren Coach das. Er schmetterte uns immer nur ein:„ Zweimal noch schlafen, Jungs", entgegen und wandte sich dann wichtigeren Themen zu. Zweitens: Freunde, die schliefen, mit einem Stift anzumalen, oder ihnen Zahnpasta auf die Lippe zu schmieren. Drittens: sich einfach Alles und Jenes in den Mund zu stopfen und zu essen. Permanent und ohne Pause aßen wir. Ein Packerl voller Gummischlangen, Chips, Popcorn, natürlich gab es für uns nur die gesündesten Sachen zu schnabulieren. Wir schauten ja auf unsere Astralkörper. Während der Fahrt hielten wir immer mal wieder rechtzeitig an, um einen Pinkelstopp einzulegen. Über der Grenze, also schon auf schwedisch-königlicher Seite erlebten wir dann etwas ziemlich Schräges. Gerade als wir aufs Klo beim Mc Donald's gehen wollten, versperrte uns eine Tür mit Münzschloss den Weg zur Erleichterung. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, das Ketchup in Schweden war gratis aber fürs Wasser lassen sollten wir blechen. Wir natürlich rand voll mit Cola und Sprite mussten unseren Saft loswerden und waren kurz mal verzweifelt auf der Suche nach schwedischen Kronen in der richtigen Größe. Natürlich machte der Busfahrer schon Stress und natürlich rief der Trainer:„Beeilung, meine Herren. " Doch all das half nichts, wir mussten pinkeln. Da hatte ein guter Freund eine blendende Idee. Während einer von uns Schmiere stand, pinkelte der Andere einfach ins Waschbecken. Das funktionierte auch noch vice versa und somit schlugen wir zwischen gelb-blauen Fahnen zwei Fliegen mit einer Klappe. Wir sparten uns in Dagobert Duckmanier unser Geld und konnten gleichzeitig unsere Blasen entleeren. Zurück im Bus erzählten wir mit breiter Brust den Jungs von unserem geschickten Manöver. Wir lachten, stopften Glutamate und Zucker in uns hinein und fuhren weiter in Richtung Abenteuer, mit 2Kronen mehr in der Tasche für Lakritze.

© WalterB


 
 
 

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